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Jede Sekunde verläuft so schnell

Ich senke meinen Blick auf den Boden. Es ist doch hoffnungslos, alles macht keinen Sinn mehr. Ich bin allein, niemand sehnt sich nach mir. Um mich herum sind Menschen, doch sie gehen an mir vorbei, als wäre da nichts - sie nehmen mich nicht wahr. Die Menschen sehen alle so glücklich aus, lachen, reden und genießen den Tag, den warmen, sonnigen Herbstag.
Doch mir ist kalt, selbst der warme Wind, fühlt sich eiskalt an. Ich habe überhaupt keine Kraft mehr, ich könnte zusammen brechen, doch ich reiße mich zusammen, ich möchte nicht schwach wirken. Jede Sekunde verläuft so schnell, ich komme nicht hinterher. Warte auf mich, flehe ich. Vergebens versuche ihr nach zu laufen, sie aufzuhalten. Vorbei. Mal wieder habe ich eine Chance verpasst. Eine zweite kommt, doch ich habe nicht die Kraft nach ihr zu greifen. Ich werfe einen Blick über die Schulter. Hinter mir liegt alles schöne, meine Kindheit. Ich sehe mich, wie ich hübschen Puppen die Haare kämme, später auf einer Treppe vor der Schule eine große Schultüte halte, wie ich Unsinn mit meinen besten Freunden anstelle. Glücklich strecke ich die Hand aus, doch sofort verschwindet alles ins Dunkle. Nein! Alles dreht sich. Bitte nicht! Ich verliere das Gleichgewicht, stürze zu Boden. Da hocke ich nun. Niemand kommt zu mir. Alle laufen vorbei. So schnell. Zu schnell. Ich sehe Menschen sterben, sehe wie Kinder das Licht der Welt erblickten. Sehe Menschen altern. Menschen lachen und weinen. Einige verlieren sich, andere finden sich. Freunde gehen, doch sie kommen wieder. Sie streiten und lieben sich, heiraten und lassen sich scheiden. Es gibt Kriege, andere schließen Frieden. Kinder werden ausgesetzt und finden eine neue Familie. Es ist schrecklich wie eng Schönes und Schlechtes beieinander liegen.
Ich sehe, dass die Welt an mir vorbei geht, und ich bleibe hier. Im Dunkeln, allein. Meine Familie lebt. Meine Geschwister wachsen, und ich kann nur zusehen, ich kann nicht dran teilnehmen. Denn sobald ich Glück erlebe, trifft mich gleich das Schlechte. Mir wurde es wohl nicht in die Wiege gelegt, man hat es wohl bei mir vergessen:

Glück zu haben oder zu fühlen.

19.10.09 21:57
 


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